|
Wie kann eine Magendrehung entstehen? Der Magen hängt, vorwiegend durch die Speiseröhre und den 12-Fingerdarm fixiert wie ein Beutel im Oberbauch. er kann, mit der großen Krümmung nach unten weisend, an dieser Aufhängung hin und her pendeln, was bei entsprechender, Füllung mit Wasser oder Futter noch begünstigt wird. Wenn der Hund nun auch noch Bewegungen ausführt, die das Pendeln verstärken, kann es zu einem Umschlagen des Magens um seine Längsachse kommen. Rausgefunden hat man mittlerweile, dass z. B. das Herunterlaufen eines Hanges oder einer Treppe, oder das Herunterspringen oder Überspringen von Hindernissen für Hunde zu einer Magendrehung führen kann. Auch das Drehen auf den Rücken während des Schlafens kann zur Drehung führen. Welche Hunde sind besonders gefährdet? Alle größeren Hunde mit einem tiefen und breiten Brustkorb haben eine große Bewegungsfreiheit des Magens. Besonders Hunde mit weichem und lockerem Bindegewebe haben oft keine straffen Magenbänder, die ihn gut in Position halten könnten. Tiere, die gerade gefressen oder größere Wassermengen getrunken haben, erhalten dadurch günstige Bedingungen, die das Pendeln des Magens verstärken. Besonders lebhafte Bewegungen der Hunde nach der Fütterung sind gefährlich. Nicht ohne Grund wird immer wieder darauf hingewiesen, dass Welpen ab dem 4. Monat nach dem Fressen ruhen “müssen”! Schwer verdauliches Futter, leicht gärendes Futter und sehr große Futterportionen verstärken das Risiko einer Magendrehung. Die Hunde, die bereits eine Magendrehung gehabt haben, und bei denen der Magen nicht operativ fixiert worden ist, weisen eine Wiederholungsrate von über 80% auf! Was passiert wenn der Magen gedreht ist? 1. Selbst kleine Mengen von Futter entwickeln beim Verdauungsvorgang im Magen Gase. Diese werden normalerweise entweder über die Speiseröhre oder den Darm, abgeleitet. Ist sowohl die Speiseröhre als auch der Darm durch die Drehung zugeschnürt, sammelt sich das Gas im Magen und bläht ihn auf (bis zum Zerreißen der Magenwand!).
2. Der aufgegaste Magen drückt auf das Zwerchfell. Die Atmung und die Herzaktion wird beeinträchtigt. Ferner drückt er auch große Blutgefäße im Bauchraum ab.
3. Die zu- und ableitenden Blutgefäße des Magens werden bei der Drehung und durch die Aufgasung abgeklemmt. Stoffwechselprodukte und CO2 werden nicht abtransportiert, neues, sauerstoff- und nährstoffreiches Blut kann nicht zum Magen gelangen. Gewebe wird schwer geschädigt und kann absterben. Die Magenwand wird “undicht”, und zunächst kleinere, dann größere Mengen Mageninhalt gelangen in die Bauchhöhle (Bauchfellentzündung!)
4. Die Milz, die mit einem Band am Magen befestigt ist, wird immer mit gedreht. Die weicheren Venenwände werden zuerst abgedrückt. Blut kann nicht mehr aus dem Organ abfließen, arterielles Blut kann aber noch einströmen.
Der Moment der Drehung des Magens verursacht dem Hund einen kurzen Schmerz, evtl. jault er kurz auf. Nach kurzer Zeit versuchen sie zu erbrechen (Pumpen, Würgen), allerdings ohne Erfolg, da die Speiseröhre zugeschnürt ist. Dieser Vorgang kann sich mehrfach wiederholen. Die Aufgasung des Magens erfolgt nun mehr oder weniger schnell (Minuten bis Stunden), und kann von außen her gesehen und gefühlt werden. Der vordere Teil des Bauchraumes und zunehmend auch der hintere Abschnitt wird immer dicker. Die Tiere sehen förmlich aufgeblasen aus. Klopft oder schnippt man mit dem Finger auf den prallen Bauch und die letzten, hinteren Rippen, klingt es hohl, wie bei einer Trommel. Dazu kommt, dass sich die Kreislaufsituation stark verschlechtert, der Hund zeigt starke Unruhe, die bei Fortschreiten des Krankheitsbildes in Apathie umschlägt. Die Hunde atmen hechelnd, die Atmung wird immer angestrengter, manche Hunde stöhnen auch weil sie Schmerzen haben. Das Krankheitsbild kann sich so schnell entwickeln, das dramatische, lebensbedrohliche Zustände innerhalb von 30 - 60 Minuten erreicht werden, und die Tiere bereits nach dieser Zeit nicht mehr gehen oder stehen können. Erfolgt keine rasche Hilfe sterben die Hunde in kürzester Zeit. Lieber ein paar kleine Mahlzeiten statt einer großen Füttern. Die Zugabe von Tischresten (die für den Hundemagen geeignet sind!) zum Trockenfutter soll das Risiko verringern! Eine Abwechslungsreiche Fütterung ist wichtig. Kein übermäßiges Toben nach der Fütterung. Näpfe auf den Boden stellen, nicht erhöht! Inhaltsangabe bei Trockenfutter beachten, zu fetthaltiges Futter meiden. Diese Rassen sind besonders häufig betroffen: - Deutsche Dogge - Irish Wolfhound - Deutscher Schäferhund - Berner Sennenhund - Mischlinge - Dobermann - Briard - Bernhardiner - Neufundländer - Landseer - Rottweiler - Hovawart
|