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Herzerkrankungen
Herzklappenfehler (Herzinsuffizienz)
Die Herzklappen sind die Ventile des Herzmuskels, die den Blutstrom regeln. Man unterscheidet zwei verschiedene Herzklappen: Die so genannten Segelklappen (Atrioventrikular- oder AV-Klappen) steuern den Zufluss zwischen beiden Vorhöfen (Atrium) und den Hauptkammern (Ventrikel) des Herzens. Die Semilunar-Klappen regeln den Zugang zur Hauptschlagader (Aorta) und der Lungenarterie (Arteria Pulmonalis).
Durch Infektion der Herzinnenhaut (Endocarditis), aber vor allem durch altersbedingte Abnutzung kommt es zu Vernarbungen und Verhärtungen (Fibrosen) der Herzklappen. Diese werden dann undicht. Eine solche Funktionsstörung der Ventile im Herzen bewirkt einen Rückstrom in die falsche Richtung. Dies erzeugt fauchende Geräusche, die der Mediziner mit dem Stethoskop erkennt. Den Druckverlust kompensiert das Herz durch eine Vergrößerung der Herzkammer.
Symptome eines Herzfehlers
Ständiges Husten, der vor allem bei Aufregung und Anstrengung auftritt (so genanntes Herzasthma) sowie Mattigkeit und Schweratmigkeit überwiegend bei schwüler Hitze und atmosphärischem Hochdruck (z. B. Föhn).
In schlimmeren Fällen entstehen so genannte Ödeme: Leberstau und Bauchwasser führen zum Hängebauch, zudem sind Schwellungen der Beine und an der Unterbrust möglich. Nächtlich Unruhe und gelegentliche Ohnmachtsanfälle des Vierbeiners weisen auf einen hochgradigen Herzfehler hin.
Der erfahrene Mediziner erkennt einen Klappenfehler an den durch das Stethoskop hörbaren Geräuschen, welche die undichten Klappen verursachen. Zusammen mit den eben von mir erwähnten Symptomen, ist die Diagnose meist eindeutig. Zur Sicherheit sollten immer Röntgenaufnahmen gemacht werden, die zeigen dann den vergrößerten Herzschatten und die Verformung des Herzens. So erhält der Tierarzt einen guten Überblick über die Ausmaße einer Herzklappeninsuffizienz. . Zudem lässt sich am erkennbaren Lungen- oder Leberstau deutlich die mehr oder weniger betroffene Herzhälfte ausmachen. Eine zusätzliche Ultraschalluntersuchung macht die genauen Bewegungs- und Strömungsverhältnisse an den Herzklappen deutlich. Natürlich sollte beim Verdacht auf einen Herzmuskelschaden eine zusätzliche Herzstromkurve (EKG) angefertigt werden.
Therapie
Über Jahrzehnte standen die sogenannten Herzglykoside (Digitalispräparate) zur Stärkung der Herztätigkeit im Vordergrund aller Herztherapien. Digitalis ist eines der ältesten, am längsten bekannten und eingesetzten Medikamente, das auch noch heute aus dem “Weißen Fingerhut” (Digitalis Lanarta) hergestellt wird. Eine Überdosis des Wirkstoffs, etwa wenn ein Tier die Pflanze frisst, führt zum Herzstillstand. In der richtigen Dosierung, die übrigens beim Hund das Drei- bis Fünffache der für den Menschen nötigen Menge beträgt, ist es auch heute eines der besten herzstärkenden Mittel.
Leider verabreichen ältere Human- und Tiermediziner Digitalis auch heute noch oft zu früh. Leider wird somit ein positiver Effekt umgekehrt. Häufig wird das Herz überstrapaziert und somit seine Lebensleistung vermindert. Schonender bei einem leichten Herzfehler ist die Gabe von Gefäß erweiternden Mitteln, die so genannten ACE-Hemmer, diese senken den Blutdruck und erleichtern dem Herzen so das “Anpumpen” gegen den Kreislauf erheblich. Bei zusätzlichen Stauungssymptomen in Lunge oder Leber kommen in der nächsten Stufe der Therapie entwässernde Medikamente (Diuretika) zum Einsatz. Diese regen die Niere zur vermehrten Harnausscheidung an.
Natürlich gibt man auch weiterhin bei stark fortgeschrittenen Herzinsuffizienzen Digitalis, um das Herz zu stärken und den Puls anzuregen. Bei sehr hohen Herzfrequenzen müssen ergänzend Beta-Blocker und andere frequenzsenkende Mittel gegeben werden. Zusätzlich sollte die Ernährung möglichst salzarm sein!
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